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Ausgabe DEZEMBER 2018 / JANUAR 2019

„Öffnet mir die Türen,


lasst mich nicht erfrieren.“ Wussten Sie eigentlich, dass der Titel des Liedes „Kling, Glöckchen“ ursprünglich „Christkindchens Einlass“ lautete? Das „Ich“ in diesem Lied ist das Christkind, der neugeborene Jesus, der in die Welt kommt. Er braucht eine Herberge in den Herzen der Menschen. Gottheit und Menschheit sind mit Weihnachten nicht mehr klar getrennt, sondern untrennbar miteinander verbunden.
So viele Menschen stehen vor verschlossenen Türen und vor verstockten Herzen: „Öffnet mir die Türen, lasst mich nicht erfrieren!“ Das könnte auch das Kind einer Familie sagen, die versucht, über die verschneite Balkanroute nach Europa zu gelangen. Das könnte auch ein Obdachloser sagen, der bei starker Kälte Zuflucht in einer U-Bahn, einer Notunterkunft oder einem Kaufhauseingang sucht. Vielleicht ist es auch die Stimme eines ganz kleinen Kindes, das es in seinen ersten Lebensmonaten sehr schwer hatte und nun zur Adoption freigegeben wurde. Wird es Eltern finden, die ihm wärmende Liebe schenken?
Das Misstrauen in unserer Gesellschaft ist groß geworden. Die Angst vor Terror und Kriminalität durch Migration ist gewachsen. Die Obdachlosen stehen schon lange in Verdacht, die Gesellschaft nur ausnutzen zu wollen. Problemkinder wurden schon seit der Antike als sicheres Zeichen dafür gesehen, dass es mit der Menschheit zu Ende geht.
„Fürchtet Euch nicht!“ lautet der zentrale Satz der Weihnachtsbotschaft. Wer es schafft, seine Furcht zu überwinden und Begegnungen wagt, mag ein Risiko eingehen, aber es bietet sich eben auch eine Chance. Die Chance, Nähe und Dankbarkeit zu erfahren. Die Chance, etwas über das Leben zu lernen. Die Chance, Vertrauen aufzubauen. Kurzum: Die Chance auf etwas Wunderbares, in dem sich Gott selbst verbirgt.
Vielleicht lassen Sie sich einmal selbst die Tür öffnen bei einer der Stationen des Lebendigen Adventskalenders. Sie werden sehen, wie schön das ist, von jemandem willkommen geheißen zu werden. Und vielleicht laden Sie ja auch noch jemanden zu sich nach Hause ein.
Pastor Mirko Klein

Ausgabe NOVEMBER 2018

... und unten leuchten wir


Wenn nachts die Sterne funkeln und der volle Mond leuchtet, dann schenken diese Himmelslichter der ganzen Erde ein wenig Licht in der Dunkelheit. Früher haben sich zudem Reisende an ihnen orientiert.
Das Licht einer Laterne scheint gegenüber den Sternen klein und unbedeutend: Schon eine Straßenecke weiter ist es nicht mehr zu sehen, und während die Sterne Nacht für Nacht wiederkehren, leuchtet die Laterne nur in einigen wenigen Nächten.
Und doch: Für den Moment und an dem Ort, an dem sie leuchtet, ist ihr Licht kräftiger und heller als das Sternenlicht. So kann ein Kind im Licht der Laterne besser erkennen, wohin es seinen nächsten Schritt lenken muss, um nicht durchs Dunkel zu stolpern. Mit einer Laterne durch die Nacht zu gehen ist spannend und schön.
Ich glaube, dass sich in diesem Kinderspiel eine tiefe Weisheit verbirgt. Es symbolisiert ganz anschaulich himmlische und irdische Macht und setzt sie zueinander ins Verhältnis. Gottes Macht, die Lehren Jesu und ferner die herausragenden Taten und Lebensgeschichten einiger großer Persönlichkeiten, wie die des Martin von Tours, sind wie das Sternenlicht in der Nacht. Sie leuchten weit und bieten vielen Menschen Orientierung.
Unsere Taten haben weit weniger Strahlkraft als ihr Licht, und doch ist es gut und nötig, dass auch wir unser Licht leuchten lassen. Von Jesus stammt die sprichwörtliche Rede, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Ein offenes Ohr für die Sorgen des Nächsten, eine helfende Hand in der Not und die Bereitschaft zu teilen, wo genug für alle da ist, werfen ein Licht ins Dunkel. Wo jemand so handelt, kann er in seinem näheren Umfeld – für Verwandte, Freunde oder Mitmenschen – zum Vorbild werden.
Sein Licht leuchten zu lassen kann spannend und schön sein, wie das Laternelaufen in Kindertagen.
Pastor Mirko Klein

Ausgabe SEPTEMBER/OKTOBER 2018

Wir handeln fair


Seit vielen Jahren kann man an jedem Sonntag ab 11.00 Uhr – nach dem Gottesdienst – am Eine-Welt-Stand im Gemeindehaus einkaufen: Honig und Wein, Tee, Gewürze, Süßwaren und Kaffee…
Die Gruppe von Frauen, die diese Initiative trägt, arbeitet schon lange zusammen: „Wir verbreiten ja die Idee,“ sagt eine Mitarbeiterin, „die Idee von einem gerechten, menschenwürdigen Leben für alle auf der Welt. Natürlich ist es teurer als anderswo!“ Fair gehandelte Waren einzukaufen, setzt die Einsicht und die Bereitschaft voraus, diesen – gerechten – Preis zu zahlen. Und eine Kundin fügt hinzu: „Mir geht es doch gut. Ich kann etwas abgeben. Ich betrachte es wie eine Spende“. Einzelne, Mitarbeiterinnen und Kundinnen machen Ernst damit, dass sich heute unbedingt die wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen vollziehen muss. „Wir wissen, dass wir mit unserer Arbeit und mit unserem Einkauf nur ein Zeichen setzen, aber es ist immerhin ein Zeichen.“
Der Kirchengemeinderat hat nun beschlossen, das von der Nordkirche und „Brot für die Welt“ verliehene Siegel der „ÖkoFairen Gemeinde“ zu erwerben – parallel zum Prozess, den die Kommune in Wentorf angestoßen hat, Fairtrade-Town zu werden.
Die Kriterien dafür erfüllt die Gemeinde bereits zu einem großen Teil: Sie bezieht Ökostrom und -gas, hat Geld nach ethischen Kriterien angelegt (Oikocredit) und schenkt nur fair gehandelten Kaffee und Wein aus.
Doch nun ist der Wunsch entstanden, noch bewusster und entschlossener zu handeln. Zum Beispiel stellen die Mitarbeiterinnen in Büro und Hausmeisterei bereits ihren Einkauf um: Reinigungs- und Hygienemittel, Papier und Bürobedarf sollen ausschließlich das Umweltsiegel „Blauer Engel“ tragen. Mineralwasser wird jetzt von einem Anbieter bezogen, der sich nachweislich für weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt. Bei Veranstaltungen soll kein Einweggeschirr mehr eingesetzt und vegetarischem Essen der Vorzug gegeben werden. Auch der Blumengarten für den Altarschmuck wurde erweitert. So möchte die Gemeinde Schritt für Schritt mit einem ökofairen Profil weitere Zeichen für eine gerechte, menschenfreundliche Welt setzen.
Über Rückmeldungen und Anregungen zu diesem Projekt freuen wir uns!
Ihre Pastorin Ulrike Lenz
Wir handeln fair

Sechs mal im Jahr, im Februar/März, April/Mai, Juni/Juli/August, September/Oktober, November und Dezember/Januar, bekommen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger von Wentorf den Kirchenboten der evangelischen Gemeinde. Darin steht wer wann was anbietet oder von Berufs wegen im Einsatz ist, wer eine neue Idee verwirklichen möchte, wo man sich zu was zusammenfindet oder die geplante Reise berät. Die Hobby-Redakteure lesen aufmerksam die eingeschickten Artikel, erlauben sich bisweilen, den Text leicht zu verändern und beauftragen dann Jürgen Rix mit dem Layout, damit diese Papiere „hübsch“ gesetzt in den Druck gegeben werden. Uns, der Kirchenboten-Redaktion macht diese Arbeit Spaß. Sollten Sie einmal keinen Kirchenboten bekommen haben, wenden Sie sich bitte ans Kirchenbüro 720 24 25 oder per e-mail:
buero@kirchengemeinde-wentorf.de

Der Redaktionskreis: Christiane Schröder, Helga Hardt, Erika Löwer und Jürgen Rix (Layout)